3-4/2008 | Online
Dass sich die Akupunktur bei den verschiedensten Schmerzen wirksam einsetzen lässt, ist bereits bekannt. Die Ohrakupunktur ist aber offenbar auch eine vielversprechende Methode, um Schmerzen nach Operationen zu lindern, so das Ergebnis von Forschern der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald. Bislang gab es noch keine Beweise für eine schmerzlindernde Wirksamkeit nach ambulanten Operationen.
Ohrakupunktur: Nach der OP weniger Schmerzmittel nötig.
Die Wissenschaftler untersuchten in einer randomisierten Doppelblind-Studie, ob die Ohrakupunktur den Schmerzmittelbedarf nach ambulant durchgeführten Kniespiegelungen reduzieren kann. Insgesamt 120 Patienten hatten sich nach einer standardisierten Vollnarkose einer ambulanten Kniespiegelung unterzogen. Sie wurden nach dem Zufallsprinzip entweder einer Gruppe zugeteilt, die eine echte Ohrakupunktur erhielt oder einer zweiten Gruppe mit Scheinakupunktur (Kontrollgruppe). Patienten beider Gruppen erhielten vor der Operation permanente Nadeln an drei Ohrpunkten, die bis zum folgenden Morgen belassen wurden.
Patienten der Kontrollgruppe benötigten nach dem Eingriff im Mittel 600 mg Ibuprofen zur Schmerzstillung. Akupunktierte Patienten dagegen kamen mit nur 200 mg des Schmerzmittels aus. Die Schmerzintensität war in beiden Gruppen zu allen untersuchten Zeitpunkten ähnlich.
Die meisten Patienten beider Gruppen glaubten, eine echte Akupunktur erhalten zu haben und gaben an, dies zukünftig wiederholen zu wollen. Die Autoren schließen aus den Ergebnissen, dass die Ohrakupunktur den Schmerzmittelbedarf nach Kniespiegelungen senken kann. Auch hier habe die Akupunktur ihre Wirkung unter Beweis gestellt.
Nach Informationen des Canadian
Medical Association journal
Autor:
BSMO Redaktion
Stand: 01-10-2007
