Schmerz lass nach!
Allein Rückenschmerzen verschlingen hierzulande jährlich 48,5 Milliarden Euro. Drei Viertel davon entfallen auf Frühberentung und Arbeitsunfähigkeit. „Würden wir dieses Geld für eine effektive Therapie unserer Patienten einsetzen“, sagt Dr. Gerhard Müller-Schwefe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie, „wären wahrscheinlich alle Gesundheitsreformen finanziert und ein erheblicher Teil der Bankenkrise noch dazu“.
Deutliche Worte, will man meinen. In den letzten zehn Jahren wurde ein Mechanismus entdeckt, der Schmerzen chronisch und schwer behandelbar macht: das so genannte Schmerzgedächtnis. Ständige Schmerzreize verändern die Abläufe im Zentralnervensystem, also die biochemischen und elektrischen Prozesse in den Nervenzellen von Rückenmark und Gehirn. Nervenzellen im Rückenmark werden empfindlicher. Sie feuern selbst bei leichten Reizen und schalten Signale zum Gehirn durch, die normalerweise auf dieser Stufe unterdrückt werden würden. Am Beispiel des so genannten Phantom-
schmerzes, der den Menschen nach einer Amputation quälen kann, sieht man, dass Schmerz verarbeitende Regionen des Gehirns auch gänzlich ohne Impulse aus dem Körper,
also aus sich selbst heraus, Schmerzen erzeugen können. Umso erfreulicher die gute Nachricht für alle chronischen Schmerzpatienten: Akupunktur kann auch hier helfen! Teilweise wird diese Form der Schmerztherapie sogar von den Krankenkassen bezahlt, zumindest bei chronischen Rückenschmerzen und Knieschmerzen. Sprechen Sie Ihren Akupunkturarzt darauf an (Adressen von qualifizierten Akupunkturärzten erhalten Sie unter www.akupunktur.de).
Akupunktur gegen Heuschnupfen, Allergien, Migräne usw. zählt zwar noch nicht zur Regelleistung der Krankenkassen, wirkt aber trotzdem so gut, dass sich hier die Investition in eine Akupunkturbehandlung lohnt - um dem Leben viele gesunde und beschwerdefreie Tage zurückzugeben.
Ich wünsche Ihnen einen guten Restfrühling und einen schönen Sommer!
Ihre

Dr. med. Beate Strittmatter
Ausbildungsleitung Deutsche Akademie für Akupunktur und Aurikulomedizin (DAAAM), München
E-Mail: Strittmatter@t-online.de
Deutsche Akademie für Akupunktur und Aurikulomedizin (DAAAM) e.V.
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Die Patientenzeitschrift Akupunktur wird herausgegeben und verlegt von der Deutschen Akademie für Akupunktur und Aurikulomedizin (DAAAM) e.V., München.
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