3-4/2009 | Online
Der Erfolg der Alternativen
US-Mediziner untersuchten den Rückhalt, den die Alternativmedizin unter Patienten mit Rückenschmerzen hat. Befragt wurden dabei Akupunkturärzte, Chiropraktiker und Masseure.
Wie viele Patienten, die an chronischen Rückenschmerzen leiden, suchen Ärzte auf, die mit komplementär- und alternativmedizinischen Techniken (CAM) vertraut sind? Welche Therapien kommen dort zur Anwendung, und wie zufrieden sind die Patienten mit ihnen?
Diesen und weiteren Fragen ging ein Team von Gesundheitsforschern vor kurzem in zwei US-Staaten nach. Die Forscher versuchten zu verstehen, warum die Popularität der CAM so ungebrochen hoch ist und derzeit weiter steigt.
Ergebnisse:
Für alle drei befragten Anbietergruppen stellte sich heraus, dass chronische Rükkenschmerzen der häufigste Konsultationsgrund waren. Bei den Akupunkturärzten waren dies 10%, bei Chiropraktikern 20% und bei Masseuren 12% der Visiten.
Bei den Akupunkturärzten z.B. beinhaltete die Diagnose neben gängigen Fragen stets eine Inspektion des gesamten Körpers, einen vollständigen Pulsstatus und die Untersuchung der Zunge. Zudem waren alle Nadelmeridiane bestimmt und palpiert worden. Weiterhin hatten die Nadelspezialisten dem Lebensstil und der Ernährung ihrer Patienten große Beachtung geschenkt.
Mit ähnlich viel Zeit und Geduld hatten sich auch Chiropraktiker und Masseure ihren Patienten gewidmet, bevor sie zur Tat schritten. Allein damit ließe sich ein Teil des z.Z. unübersehbaren allgemeinen Interesses an CAM-Methoden begründen, äußern die Studienautoren in ihrer Arbeit.
Sherman KJ et al: The diagnosis and treatment of chronic back pain by acupuncturists,
chiropractors, and massage therapists.
Clin J Pain 2006;22:227-34.
Wenn Medikamente alleine nicht helfen
Schätzungen von Gesundheitsstatistikern zufolge leiden 4% aller Erwachsenen an täglich wiederkehrenden starken Migränesymptomen. Medikamente helfen selten, so dass nicht-pharmakologische Therapien ratsam sind.
US-Ärzte haben vor kurzem die Wirksamkeit einer zusätzlich in das Therapieschema eingegliederten Akupunktur in einer Studie an 74 Migränepatienten getestet. Die Nadeltherapie bestand aus zehn Sitzungen, die in regelmäßigen Abständen absolviert wurden. Hauptmessgrößen der Forscher waren die jeweilige Schmerzstärke und die Lebensqualität, die durch die Migräne immens beeinträchtigt wurde.
Im Gegensatz zur Kontrollgruppe, die keine zusätzliche Akupunktur erhielt, zeigte sich in der Nadelgruppe eine deutliche durchschnittliche Schmerzlinderung. Ebenso verbesserten sich die migränebedingten Einschränkungen, darunter die Beweglichkeit, die soziale Aktivität und die allgemeine Befindlichkeit.
Anhand ihrer Ergebnisse ziehen die Autoren den Schluss, eine Ergänzung des medizinischen Migränemanagements um die Akupunkturbehandlung schlage sich in sichtbaren Besserungen von Schmerzerleben und Lebensqualität nieder.
Coeytaux RR et al: A randomized, controlled trial of acupuncture for chronic
daily headache. Headache 2005;45:1113-23.
